You might be shot!

Bild von einem Haus

Tatsächlich wurde auch ich schon mit den Worten bedroht: „You might be shot!“ Ich war erst einmal nur geschockt, nicht weil ich Angst hatte, sondern weil es scheinbar nicht nur normal ist Waffen zu besitzen, sondern sie auch einzusetzen.

Vor einiger Zeit war ich spazieren. Nicht unweit unserer Neighborhood bin ich auf der Straße durch die umliegenden Wälder gelaufen. Auch eine kleine, etwas heruntergekommene Straße lag auf meinem Weg. Sie verlief entlang eines Grundstücks und stieß wieder auf die mir bekannte Straße. Am Ende des Sträßchens erwartete mich ein älterer Mann in seinem Pickup. Was ich hier zu suchen habe. „Ich spaziere.“ „Aber nicht hier. Das ist ein Privatweg.“ Ich verwies auf das grüne (offizielle) Straßenschild. „Das ist eine öffentliche Straße.“ „Ja? Egal, lauf hier nicht. You might be shot.“ Ich nickte nur und suchte schnell das Weite.

So kann es also gehen in einem Land, in dem außerhalb der Sicht von staatlicher Kontrolle die Grenzen zwischen privat und öffentlich verfließen. Wer die Waffe hat, der ist der Stärkere. Ein paar Signale gesetzt und man hat wieder seine Ruhe. Mich erinnert das irgendwie an den deutschen Spießbürger. Mein Zaun, dein Zaun, mein Baum, dein Baum. Zum Glück fliegen in Deutschland meistens nur Worte, selten Fäuste und eigentlich nie Kugeln.