Who is Ava?

Zeichnung von Ava

Mit der Reihe „Portraits of Americans“ möchte ich Einblicke in das Privatleben von Amerikaner geben. Alle hier porträtierten Amerikaner sind frei erfunden. Die Kurzbiographien sind jedoch inspiriert von den Menschen, die ich in Amerika kennenlerne.

Wenn Ava eines weiß, dann dass ihre Eltern sehr reich sind. Und ganz ehrlich, vielmehr muss sie gar nicht wissen. Sie ist zufrieden, dass sie einen nagelneuen BMW fährt und ihr Vater ihr ab und an hundert Dollar zusteckt. In die Schule geht sie, weil sie es muss und weil sie weiß, dass es ihren Eltern wichtig ist. Sie ist auch froh, dass ihr Papa viel Geld hat, denn so muss sie sich nirgendwo richtig anstrengen. Sie braucht sich nicht um ein Stipendium zu bemühen wie ihre Freundin Chessy, die wie eine Weltmeisterin läuft. Avas Leben fließt einfach so dahin und weil sie alles hat und bekommt, was ihr fehlt, gibt es auch keine Höhepunkte in ihrem jungen Leben.

Manchmal, wenn Ava morgens zur Schule fährt und an den Häuserblocks der sozial schwachen Menschen vorbeifährt, dann überlegt sie sich, wie es wäre, wenn sie dort wohnen müsste. Sie stellt sich vor, wie diese Menschen in ihren 1-Zimmer-Apartments hausen und mit dem Bus zur Arbeit fahren. Sie ist dann jedes Mal froh, wenn der Verkehr nicht so dicht ist und sie schnell an dem Häuserblock vorbeikommt. In der Schule packt sie dann regelmäßig mit einigen Mitschülern Charity-Pakete, die sie in einer Kirchengemeinde in der Stadt abgeben. Dann fühlt sie sich schon viel besser und sie sieht die Mädchen vor sich, die ihre abgetragenen Kleider tragen. Und da diese Aktionen regelmäßig Platz in ihren Kleiderschrank schaffen, freut sie sich auf die Wochenenden, wenn sie mit ihren Freundinnen in die Mall shoppen geht.