Subculture

Foto von Weckmännern

An St. Martin haben wir, die deutsche Community im Großraum Greenville, einen St. Martinszug veranstaltet. Wir haben Lieder gesungen: „St. Martin ritt durch Schnee und Wind.“, die Kinder haben Laternen gebastelt und es gab Weckmänner. Eigentlich keine aufregende Sache, wohl aber, wenn man das Ganze an einem Ort zelebriert, der die Martinstradition nicht kennt.

Subkultur nennt man so etwas. Dann bringen Minderheitengruppe eigene Traditionen mit oder leben abweichende Werte vom Rest der Gesellschaft. Manchmal werden solche Traditionen von Subkulturen Bestandteil der Mehrheitskultur. Ob St. Martin jemals Bestand der hiesigen Mehrheitskultur wird, wage ich zu bezweifeln. Ich bin aber froh, dass die amerikanische Gesellschaft es akzeptiert, dass Einwanderer oder Gäste ihre Traditionen leben können sofern diese nicht gegen die Verfassung oder geltendes Recht verstoßen.

Allerdings wird mir zunehmend deutlich, dass viele Menschen, die hier alle freiwillig einwandern, gerne die Sprache, Sitten und Kultur der amerikanischen Gesellschaft annehmen. Natürlich gilt das nicht für jeden und eine Einwanderergesellschaft lebt von den kulturellen Elementen derjenigen, die einwandern. Trotzdem überrascht mich immer wieder, wie dominant die amerikanische Kultur ist und wie deutlich einem die Mehrheitsgesellschaft zeigt, inwieweit sie fremde Elemente in ihrer Kultur toleriert und wo die Grenzen liegen.

Aus Deutschland kenne ich auch beide Haltungen, die annehmende und die ablehnende. Allerdings lehnen wir Deutschen viel schwerer und undeutlicher kulturelle Elemente von Einwanderern ab. Ob das vielleicht daran liegt, dass wir Deutschen gar nicht so genau bestimmen können oder wollen, was unsere Kultur und Fundamente eigentlich sind?