Peanuts

Foto von Erdnüssen

Zu Erdnüssen haben Amerikaner ein gespaltenes Verhältnis. Während die einen auf keinen Fall auf die Erdnuss verzichten können, haben die anderen unangenehme bis todbringende Allergien gegen Erdnüsse entwickelt.

In einer Nation, in der Erdnüsse, Erdnussbutter und Erdnussöl unbedingter Bestandteil der Esskultur sind, haben es Allergiker besonders schwer. So verzehren die Amerikaner jährlich circa 1 Million Tonnen Erdnüsse (2,8kg pro Person), Tendenz steigend. Die Hälfte davon in Form von Erdnussbutter. Die 0,6-1,0 Prozent der amerikanischen Bevölkerung, die unter Erdnussallergien unterschiedlichen Schweregrades leidet, muss dagegen unbedingt darauf achten, dass sie keine Erdnüsse zu sich nimmt.

Um ihnen das Leben zu erleichtern sind nicht nur eine Vielzahl von Lebensmitteln extra als „peanut-free“ gekennzeichnet oder mit „May Contain Peanuts“. Darüber hinaus gibt es eine landesweite Initative, die sich für „Peanut Free Schools“ einsetzt. Jegliche Lebensmittel, die auch nur den Anschein erwecken, Erdnüsse zu enthalten oder mit ihnen in Kontakt gekommen zu sein, sind in diesen Schulen streng verboten. Wer nicht mitmacht, der fliegt. Obwohl die Ziele der Initiative grundsätzlich ehrenhaft sind, zeigt sich gleichzeitig, wie Probleme von Minderheiten zu Problemen von Mehrheiten gemacht werden. Außerdem führt die über allem liegende Angst vor der Erdnuss zu einer Vielzahl von „eingebildeten“ Kranken, die Erdnüsse durchaus vertragen würden, jedoch auf der Welle der Minderheiten mitschwimmen.