On Credit

Foto von Kreditkartenzeichnung

Obwohl ich kein Profi weder in Volkswirtschaft noch in Betriebswirtschaft bin, wurde mir dennoch schnell deutlich, dass der „American Way Of Life“ nicht ohne Kredite auskommt. Was man nicht hat und doch so gerne hätte, das kauft man sich. Ob man Geld auf dem Konto hat oder nicht, es findet sich sicher eine Bank, die einem einen Kredit gewährt. Dieses Kaufverhalten nimmt teilweise so absurde Züge an, dass man sich fragt, wie der durchschnittliche Amerikaner eigentlich je aus diesem Teufelskreis aus Schulden herausgelangt.

Wie gesagt, ich bin kein Profi auf diesem Gebiet, aber wenn mir ein durchschnittlich verdienender Bekannter erzählt, dass er noch nie in der Lage gewesen sei ein Auto (und wir reden von Gebrauchtwagen) bar zu kaufen, dann wundere ich mich schon. Im Laufe seines Lebens, inzwischen ist er über 50 Jahre alt, hat er 8 Autos gekauft, alle auf Pump. Ok, wir reden hier von einer größeren Anschaffung, ein Auto kann mitunter schon einmal teuer sein, aber es laufen nicht nur Kredite auf Autos, sondern auch auf elektronische Geräte, Handyverträge, Waffen, Ausbildungskosten (die eigenen und die der Kinder) und natürlich auf das Haus. Das Beispiel ist nicht singulär, eigentlich ist es das übliche Konsumverhalten von Amerikaner. Erst kaufen, dann abbezahlen.

Deutschland hat noch eine Sparquote von 9,7%. Jährlich sinkt sie ein wenig. In Aemrika liegt die Sparquote bei 3,1% und ist damit ebenfalls auf einem absinkenden Ast.

Ein solches Konsumverhalten hat Vorteile, die Wirtschaft läuft und das Leben ist angenehm, denn man bekommt alles, was man haben will. Die Nachteile liegen natürlich auch auf der Hand und gipfeln dann in einer Wirtschaftskrise, wie sie im Jahr 2008 erst die Amerikaner und dann fast die gesamte Welt ereilt hat. Außerdem, und das finde ich ganz entscheiden, verliert man seine Unabhängigkeit und Freiheit an Geldgeber, bei denen man, schneller als man es ahnt, sehr tief in der Schuld stehen kann.