No weapons?

Foto von Verbotsschild

Nach dem Attentat in Las Vegas am vergangenen Montag diskutiert eine ganze Nation darüber, ob eine Reform hiesiger Waffengesetze sinnvoll sei und was eigentlich genau reformiert werden müsste. Vielleicht reiche ein Verbot der vom Attentäter benutzten Bump Stocks aus, die, an gewöhnliche halbautomatische Gewehre angebracht, eine so hohe Schussfolge wie ein vollautomatisches Gewehr erzielen können. Von einer „Waffenkultur“ ist die Rede – oder besser doch nicht. Was hinterlässt dieser Begriff für einen fürchterlichen Eindruck von der US-amerikanischen Gesellschaft.

Je mehr ich über den Streit um die Waffen lese, desto bewusster wird mir, dass das Recht auf Waffenbesitz zunächst einmal eines bedeutet, nämlich die Macht des Staates auf die Bürger zu übertragen.

Dieser Punkt ist ganz entscheidend für das Selbstverständnis von Amerikanern. Gerne verweisen sie darauf, dass Diktaturen, wie sie beispielsweise die europäische Geschichte kennt, unter anderem darauf zurückzuführen sind, dass das Volk systematisch entwaffnet worden sei. So absurd das klingt, ein Körnchen Wahrheit steckt sich in dieser Ansicht sicherlich. Bleibt jedoch die Frage, warum die US-amerikanische Regierung eine Armee mit fast einer halbe Millionen Soldaten unterhält? Und dass Waffenbesitz nicht gleichbedeutend mit Sicherheit ist, hat Las Vegas nur allzu deutlich gemacht.

Ich bleibe an diesem für mich nicht einfach zugänglichem Thema dran. Und übrigens, das Beitragsfoto habe ich an der Eingangstür einer hiesigen Grundschule geschossen…