Made in China

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Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie eng die positiven Effekte der Globalisierung mit den negativen verbunden sind. Das lässt sich in den USA genauso beobachten wie an jedem anderen Land der Welt. Während die Amerikaner vor wenigen Jahren noch freiwillig ihre Produktionen nach China verlegt haben, haben sie heute kaum noch eine andere Wahl als die Produktion von Konsumgütern nach China, Indien oder Vietnam auszulagern. Inzwischen haben sich die US-amerikanischen Konsumenten so an Tiefstpreise für Bleistifte, Servietten, Kleider oder Möbel gewöhnt, dass diese Entwicklung nur sehr sehr langfristig rückgängig gemacht werden kann.

In den USA kommt ein gewaltiger Anteil der importierten Waren aus China. Inzwischen sind so viele hier konsumierte Produkte „made in China“, dass das Handelsbilanzdefizit der USA gegenüber der Volksrepublik 347 Milliarden Dollar beträgt.

Immer wieder hat die US-amerikanische Regierung in den vergangenen Jahrzehnten versucht, die Amerikaner zum Konsum von Gütern aus einheimischer Produktion zu bewegen. Offensichtlich erfolglos, denn wer greift schon zu einer Tasse aus Mississippi, wenn daneben eine identische Tasse aus China für einen Bruchteil des Preises angeboten wird.

Auch Präsident Donald Trump hat die Senkung des Handelsbilanzdefizits zwischen den USA und China angekündigt. Dies will er durch die Erhöhung von Importzöllen erreichen und durch die Stärkung des heimischen Marktes. Dafür hatte er im Juli erstmals die „Made in America“-week eingeführt. Allerdings hatte er dabei nicht darauf geachtet, dass selbst viele der Produkte aus den Unternehmen seiner Familie nicht in den Staaten gefertigt werden. Die mediale Aufmerksamkeit, die diese Widersprüchlichkeit augenblicklich erhielt, zeigt, dass Globalisierung nicht einfach rückgängig gemacht werden kann. Es bleibt noch ein langer Weg, erstens heimische Märkte zu stärken und zweitens die Effekte der Globalisierung zu regulieren und zu akzeptieren.