Look at my bumper

Foto von Bumper Stickern

Amerikaner lieben Sticker und sobald man hierzulande im Besitz eines eigenen Autos ist, beklebt man sich fleißig seinen fahrenden Untersatz. Das Schöne daran: die Sticker verraten in der Regel sehr viel über den Autobesitzer. Manchmal erfährt man durch einen Sticker an der Stoßstange, welche Marken der Besitzer für Kleider, Geschirr oder Gartenwerkzeug bevorzugt. Wer Stammkunde einer bestimmten Fast-Food-Kette ist, hält damit nicht hinterm Berg, sondern klebt sich einen Sticker aufs Auto. Genauso verhält es sich mit politischen Themen. Ob Demokrat oder Republikaner, ob Trump-Wähler oder Trump-Hasser, die Sticker verraten alles. Manchmal sitzt ein Veteran im Auto oder aber seine Mutter, deren Sticker voller Stolz verrät, dass ihr Sprössling gedient hat. „Proud Mom of a Veteran“ oder „Proud Marine Mom“.

Hat man studiert, dann darf der Sticker der Uni auf der Heckscheibe nicht fehlen. Finanziert man seinem Sprössling ein Studium an einer Privatschule oder renommierten Uni, dann darf der Sticker ebenfalls nicht fehlen. „Havard Mum“ oder „Berkeley Dad“.

Wenn man Waffen hasst, dann verkündet das ein Sticker, wenn man sie liebt, am besten gleich zwei: „Keep honking – I’m relaoding“. Auf der anderen Seite verrät ein weiterer Sticker, in welche Kirchengemeinde man geht… Etwas oberhalb klebt ein Sticker des Lieblingsfootballvereins.

Manchmal tut es aber auch eine simple amerikanische Flagge, die in Herzform die Heckklappe verziert: „I love my country. It’s the governement I’m afraid of.“

Amerikaner haben keine Scheu, jedem ihre Gesinnung zu zeigen. Auch das ist Ausdruck der verfassungsmäßig garantierten freien Rede. Ich finde das ehrlich und so absurd die Sticker und Sprüche manchmal sind: I love it!