Happy Birthday!

Foto von Cupcakes

Schon mehrfach konnte ich Zeuge von amerikanischen Kindergeburtstagen werden. Auch schon bei den Kleinsten, sprich vom 1. Geburtstag an, wird inszeniert und zelebriert, was das Zeug hält. Kurz zusammengefasst läuft der Standardgeburtstag in der Regel so ab: Begrüßung, Spielen, Torte, Essen, Trinken, Geschenke. Und nicht zu vergessen, alles wird auf mindestens einer Kamera pro anwesendem Erwachsenen festgehalten.

Nun ist am Ablauf eines durchschnittlichen Kindergeburtstages zunächst erstmal nichts sonderbar. Und es ist tatsächlich auch schwer das Spektakel zusammenzufassen. Deshalb berichte ich an dieser Stelle vom Geburtstag eines Einjährigen, der auf einem öffentlichen Spielplatz in einer Nachbarstadt stattfand.

  1. Dekoration: Das Motto der Party war Flughafen. Dafür hatte man nicht nur die passende Location, einen Spielplatz an einem kleinen Flughafen gewählt, sondern auch den Jungen in eine mit Flugzeugen bestickte Hose gesteckt. Die Luftballons waren in der Form von Flugzeugen ebenso wie die zwei Torten. Flugzeuge überall, auf Servietten, Tischdecken, Plastikbechern usw.
  2. Programm: Nachdem die Gäste ihre Geschenke auf einen Tisch abgelegt hatten, durften die Kleinen für eine kleine Weile auf den Spielgeräten klettern, die Erwachsenen ihnen immer auf den Fersen.
  3. Kuchenschlacht: Der Einjährige wurde in einen extra angeschleppten Hochstuhl verfrachtet und vor ihn wurde eine Miniaturtorte in Flugzeugform gesetzt. Darin durfte er solange matschen und patschen, bis er nicht mehr lachte, sondern bitterlich weinte.
  4. Kuchenbuffet: Während der Kleine und der Hochstuhl am Rande der Szenerie gewaschen wurden, aßen die übrigen Gäste von der unversehrten Torte und Cupcakes in bunten Farben. Die kleine Torte wanderte in den Müll.
  5. Geschenke: Das Kind bekam von den geladenen Gästen ungefähr so viele Geschenke wie ein durchschnittliches deutsches Brautpaar zur Hochzeit. Kurzum Unmengen. Diese Geschenke sollte das Kind jetzt aufreißen und dabei immer lachen. Das Geburtstagskind weinte schon beim dritten Geschenk und wurde aus dem Verkehr gezogen. Die anderen Kinder rissen nun die Geschenke auf und die Großmutter war emsig damit beschäftigt, Verpackungsmaterial zu entsorgen.
  6. Abschied: Innerhalb wenigen Minuten waren alle Gäste auf und davon. Die Party dauerte in Summe 1,5 Stunden.
  7. Aufräumen: Die Großeltern und Eltern des Knaben räumten die Spuren des Festes auf. Alles, bis auf die Geschenke landete in der Mülltonne. Kurz vor Ende konnte ich aber noch ein paar mit Helium befüllte Flugzeugballons für meine Kinder vor der Mülltonne retten.