Everyone can’t be on welfare

Foto von einem Sticker

Auch wenn die USA gerade nicht berühmt für ihr System zur Unterstützung der Schwachen, Armen und in Not geratenen Menschen sind, so zeigt der Aufkleber, den ich im Zuge der vergangenen Präsidentenwahl auf einem Auto entdeckt habe, dass es auch hier ein Sozialhilfesystem geben muss.

Die Leistungen, die der Staat, die Länder und private Organisationen ausschütten, beziehen sich in erster Linie auf finanzielle Unterstützung für medizinische Leistungen (15,3%) und für Nahrungsmittelbeschaffung (13,4%) im Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP); der Rest verteilt sich auf Wohngeld, finanzielle Hilfe bei Behinderung und im Alter für bedürftige Familie und ähnliche Hilfsprogramme. Insgesamt beziehen mehr als 20% der amerikanischen Bevölkerung Sozialhilfe. Die meisten Sozialhilfeempfänger leben in Kalifornien. Besonders hoch sind die Bezugszahlen für Kinder unter 18 Jahren, alleinerziehende Mütter, die schwarze Bevölkerung und Arbeitslose.

Tatsache ist also, dass auch die USA ein Sozialsystem haben, jedoch weitaus weniger entwickelt als beispielsweise das deutsche. Trotzdem sind die Ausgaben insbesondere Republikanern ein Dorn im Auge. Der Rückbau des Sozialsystems wird nicht aus purer Bosheit gefordert, sondern aufgrund eines uns fremden Selbstverständnisses. Amerikaner sein heißt nämlich auch, sein Glück zu erarbeiten. Es bedeutet: Selbstständigkeit und Freiheit durch Fleiß und Arbeit verdienen. Selbstverständlich hilft dieser Anspruch nicht, wenn Menschen in Not geraten oder auf Hilfe angewiesen sind. Ein Sozialsystem nach deutschem Vorbild wäre hier jedoch unvorstellbar. Die Vorstellung von der Verwirklichung seines „American Dream“ aus eigener Kraft ist viel zu tief in den Vorstellungen der Menschen verankert. Wie allerdings der Mittelweg aussieht, das ist die entscheidende und noch ungelöste Aufgabe.