Do you feel safe?

Foto von Polizist vor Polizeiauto

Nicht nur die deutsche Presse zementiert in ihrer Berichterstattung über die USA jede Menge Vorurteile, ebenso machen es die amerikanischen Journalisten über Deutschland. Ich könnte jetzt in Donald Trumps Fake-News-Singsang einfallen, aber darum soll es hier gar nicht gehen. An einer Beobachtung, die ich in zahlreichen Gesprächen mit Amerikanern gemacht habe, möchte ich verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass wir uns alle bemühen sollten, immer bei der Wahrheit zu bleiben.

Komm ich mit Amerikaner auf das Thema Deutschland und Europa zu sprechen, höre ich immer wieder die gleiche Frage: Is it really safe in Germany? Am Anfang habe ich nicht verstanden, worauf meine Gesprächspartner mit dieser Frage anspielten. Vielmehr habe ich mich gefragt, wie sie überhaupt auf den absurden Gedanken kommen, dass Deutschland ein unsicheres Land sei. Doch je mehr ich die amerikanische Berichterstattung über Deutschland und Europa verfolgt habe, desto klarer wurde mir, wie man hierzulande die Vorstellung entwickeln kann, in Europa sei man in (Lebens-) Gefahr. Des Rätsels Lösung steckt in den Bildern, Nachrichten und Informationen über Deutschland, die es über den großen Teich in die hiesigen Medien schaffen. Ausgestrahlt oder gedruckt wird nämlich nicht das ganz normale Leben der Deutschen, sondern die Attentate in Fußgängerzonen, auf Redaktionsbüros oder Weihnachtsmärkte. Je totbringender die Tat, desto mehr Bilder werden gezeigt. Gepaart mit den Nachrichten über einen unkontrollierten Flüchtlingsstrom, der sich seit geraumer Zeit nach Europa ergießt, ist es also nicht verwunderlich, dass die Amerikaner Europa für unsicher halten.

Umgekehrt habe ich erst kürzlich wieder eine ganz ähnliche Beobachtung gemacht. Als vor einigen Wochen über die Schießerei in einer Schule in Florida in den deutschen Medien berichtet wurde, bekam man doch stark den Eindruck, dass die USA ein unsicheres Land seien. In einem Land voller Waffen, könne man sich doch auf keinen Fall sicher fühlen.
Diese beiden Episoden zeigen, dass es für ein wechselseitiges Verständnis in erster Linie darauf ankommt, dass man wahrhaftig und ausgewogen übereinander berichtet. Doch bedarf es dazu einer gründlichen Recherche und eines eisernen Willens, den Menschen, über die man berichtet, gerecht zu werden und nicht den ökonomischen Interessen seines Verlagshauses.

Ich habe eine Fahne zu Hause hängen, deren Aufschrift mich daran erinnert, was wirklich wichtig ist, wenn ich über die USA schreibe:

Foto von Fahne mit Aufdruck: Saty true