Do you believe in Climate Change?

Foto von Frau in Shopperbags gekleidet

Kürzlich lief mir in der Innenstadt eines kleinen Städtchens in North Carolina ein Berg Plastiktüten über den Weg. Die Frau, die unter dem Plastikberg versteckt war, wollte die Passanten auf den, auch schon von mir hier dargestellten, hohen Verbrauch von Plastiktüten aufmerksam machen. Und tatsächlich, einige Leute blieben stehen und staunten. Sollten sie tatsächlich jährlich so viele Plastiktüten verbrauchen, wie diese Frau an ihre Kleidung geheftet hatte? 500 Stück?

Die Frau stand dort in der Menge der Passanten wie ein Prophet, der die Menschen zur Umkehr mahnt. Sie wurde bestaunt, belächelt, befragt und kopfschüttelnd umgangen. In diesem Moment fiel mir wieder ein Sticker ein, den ich letztes Jahr einmal am Kofferraum eines Autos gesichtet hatte. „I believe in Climate Change.“, stand dort geschrieben. Muss man sich in einem hochentwickelten Land tatsächlich auf die Straße stellen und seine Mitmenschen darauf aufmerksam machen, dass der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Plastiktüten in engem Zusammenhang mit Naturschutz und Klimaschutz steht? Offensichtlich.

Während in Deutschland und anderen Nationen die Bekämpfung des Klimawandels auf der politischen Agenda ganz weit oben steht, hat die US-amerikanische Regierung andere Schwerpunkte für ihre Politik gesetzt. In der Bevölkerung ist eine ganze Bandbreite von Positionen zum Thema Klimawandel zu finden. Von einigen wird der Klimawandel geleugnet, von anderen als nicht so wichtig eingestuft, eine weitere Gruppe sieht in der Bekämpfung des Klimawandels die zentrale Aufgabe gegenwärtiger Gesellschaften, also auch der USA. Nun mag man vielleicht den Kopf darüber schütteln, dass es einige Amerikaner gibt, die den Hype um den Klimawandel ablehnen. Dabei muss man jedoch zweierlei im Blick halten. Erstens ist eine Reihe von Amerikaner gar nicht oder nur am Rande mit der Komplexität des Klimawandelprozesses vertraut, da die Aufklärung über Ursachen und Folgen des Klimawandels noch lange nicht überall zum Schulstoff gehören. Zweites ist insbesondere den konservativen Amerikanern nicht lieb, dass die Bekämpfung des Klimawandels ideologisch aufgeladen zur Ersatzreligion der Gesellschaften der Gegenwart wird. Sie sehen mit Sorge, dass sich die Mächtigen der Erde nicht mehr in erster Linie den Schutz von elementaren Freiheitsrechten auf die Fahne schreiben, sondern den Klimaschutz.