Do it yourself!

Foto von Spielzeugauto

Eine der ersten Erinnerungen, die ich an meine Zeit in den Vereinigten Staaten von Amerika habe, ist der Geruch von Abgasen in meiner Nase. Diesen speziellen Geruch habe ich seit meinen Kindertagen (1990er Jahre) nicht mehr bewusst gerochen. Hier muss ich während einer beliebigen Autofahrt einfach nur das Fenster runterkurbeln und ich fühle mich 20 Jahre jünger. Erstaunlich, in einem Land, dass sich Fortschritt auf die Fahne schreibt. In Punkto Abgasreinigung und Emissionskontrolle, so scheint es, ist Amerika jedoch ganz weit entfernt von Fortschritt.

Allerdings lässt sich das Phänomen von Luftverschmutzung durch Autoabgase jedoch nicht nur mit Defiziten und Pfusch im Autobau erklären, sondern in erster Linie mit dem Fehlen von verbindlichen Abgasinspektionen. So wurde in South Carolina vor gut 20 Jahren die verpflichtende „car inspection“ abgeschafft. Die Folge ist, dass einige Autos im Straßenverkehr zu sichten sind, deren Besitzer sich um Umweltschutz oder Sicherheitsstandards nicht scheren, sondern dem  „Hauptsache-es-rollt“-Prinzip folgen.

Eine solch lockere Handhabung von Abgaskontrollen und Sicherheitsstandards bei Fahrzeugen ist jedoch nicht in allen Bundesstaaten gegeben. Insgesamt müssen Autofahrer in 17 Bundesstaaten regelmäßig ihr Fahrzeug zur Kontrolle bringen. Diese Staaten setzen mit ihren Kontrollmechanismen die erste US-amerikanische Initiative zu einem besseren Umweltschutz, dem Clean Air Act aus dem Jahr 1963, um. Die hier verlinkte Karte zeigt jedoch, dass in den Bundesstaaten der USA der politische Wille fehlt, Umweltschutz und Sicherheitsregelungen flächendeckend und vor allem verpflichtend durchzusetzen.

Bis das soweit ist fahren hier weiterhin Autos über die Straßen, die mich an meine Kindheit erinnern und einen scharfen Kontrast zu fabrikneuen Fahrzeugen darstellen.