Country Roads (3)

Foto von Häusern

Schon eine einzige Autofahrt durch weniger dicht besiedelte Landstücke zeigt, dass das Landleben idyllisch sein kann, aber es meistens (zumindest von außen betrachtet) nicht ist. Selbstverständlich fährt man auch vorbei an wunderschönen Häusern mit gigantischen Grundstücken mit wildem Baumbestand und gepflegten Rasenflächen, weißen Gartenzäunen und langen Auffahrten. Diese Häuser sind prächtig und ein Erbe der Zeit, als hier unten im Süden mächtige Baumwollplantagenbesitzer unter Einsatz von Sklavenarbeit kräftigen Umsatz erzielten.

Das ist die eine Seite der Landidylle. Die andere Seite sind die vielen Häuser, die zwar oft auf gigantischen Grundstücken stehen, aber in Wahrheit gar keine Häuser sind. Es sind Containerhäuser oder terminologisch exakt ausgedrückt „Prefab Houses“, also Fertighäuser, die flexibel aufgestellt werden können. Fertighäuser sind, solange sie jüngeren Datums sind eine preisgünstige Möglichkeit, sich ein Dach über dem Kopf zu kaufen. Erst heute habe ich eine Werbeanzeige gesehen: Zimmer, Küche, Bad für 23.000 Dollar. Transport inklusive. Auch wenn Fertighäuser das Eigenheim möglicher machen als alle anderen Hausvarianten, einen Nachteil haben sie auf jeden Fall. Sie sehen nach einigen Jahren trostlos und heruntergekommen aus.

Aber sieht man es positiv, dann machen es erst die günstigen Grundstückspreise und auch die Möglichkeit dort in einem „Prefab House“ zu leben möglich, überhaupt ein Haus zu besitzen. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Wohneigentumsquote auf dem Land deutlich über der in urbaneren Gegenden liegt. Während in den Städten knapp 60% der Menschen in den eigenen vier Wänden leben, sind es auf dem Land über 80%.

Fahren wir weiter über die Country Roads, vorbei an Baumwollfeldern, Fertighäusern und hin und wieder einer Südstaatenvilla und hören wir dabei lauschen wir Country Sänger Montgomery Gentry: „My Town