Cool down

Foto von Klimaanlagen

Vor einigen Wochen habe ich ein erstes Mal von dem Bedürfnis vieler Amerikaner berichtet, Gebäude (und Autos) mit Hilfe von Klimaanlagen auf konstante 18-20°C herunterzukühlen. Inzwischen ist es September und die heißesten Tage dieses Jahres liegen in der Vergangenheit. Und dennoch, weiterhin brummt und surrt es an allen Häusern. Dazu muss man anmerken, dass es hier tagsüber weiterhin um die 30°C warm wird. Nachts kühlt es jedoch ab und das wäre eine Chance, die Gebäude energiesparend und umweltschonend zu kühlen. Doch so eine Denke ist sehr deutsch, wie ich immer wieder feststelle. Wozu Geld und Energie sparen, wenn doch beides reichlich vorhanden ist. (Nachhaltigkeit ist scheinbar ein Fremdwort.) Außerdem sind die Fenster in den Standardhäusern nicht gerade zum Öffnen konzipiert worden, so fehlt eine Kippfunktion und wer will schon nachts die Fenster geöffnet haben, wo doch überall Gauner herumstrolchen könnten.

Wie dem auch sei, ich habe mich informiert und bin auf folgende Zahlen gestoßen:

  • 3/4 aller amerikanischen Haushalte haben eine Klimaanlage (interessant, denn nur ein kleiner Teil der Bevölkerung lebt in überdurchschnittlich warmen Klimazonen)
  • 6% der gesamten Energie aus amerikanischer Produktion fließt in die Nutzung von Klimaanlagen
  • 24.3 Billionen Euro kostet die Nutzung von Klimaanlagen die amerikanischen Hausbesitzer jährlich
  • 117 Millionen Tonnen Treibhausgas stoßen die Klimaanlagen Amerikas jährlich aus

Klimaanlagen nehmen insbesondere in den Bundesstaaten im Süden Amerikas (inkl. Hawai) eine bedeutsame Rolle für das wirtschaftliche Wachstum der Regionen ein, wenngleich die Bilanz für den Umweltschutz und den Klimawandel verheerend ist. Wer sich mehr für Schatten- und Sonnenseiten des exzessiven Gebrauchs von Klimaanlagen in den USA interessiert, dem empfehle ich das Buch: „Losing Our Cool“ von Stan Cox.