Born in the USA

Foto von Reisepass

Unser jüngster Sohn ist ein US-amerikanischer Staatsbürger, denn wer hier geboren wurde, erhält automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Das klingt toll und ist es vielleicht auch. Ich bin mir da nicht so sicher. Ich bin mir nicht etwa unsicher, weil ich etwas gegen die USA hätte, sondern weil die Staatsbürgerschaft in den USA nicht nur mit Rechten, sondern auch mit Pflichten verbunden ist.

Nun erst einmal zu den Rechten. Wer hier geboren ist, der ist vor dem Recht ein Bürger dieses Staates und genießt damit all die Privilegien, die US-Amerikaner so genießen. Dazu zählen die in der „Bill of Rights“ verankerten Persönlichkeitsrechte wie:  Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, das Recht auf einen fairen Gerichtsprozess, das Recht auf Waffenbesitz. Darüber hinaus besitzt man ein Wahlrecht, das Recht sich auf eine Stelle im öffentlichen Dienst zu bewerben, das Recht sich demokratisch wählen zu lassen, man hat Zugang zu kostenfreier Bildung (wenn auch nicht vergleichbar mit Deutschland), Zugang zu Sozialleistungen (nicht vergleichbar mit Deutschland), Schutz durch die Sicherheitsbehörden oder Zugang zum Arbeitsmarkt.

Es sind großartige Rechte, die man als amerikanischer Staatsbürger besitzt. Es ist ein Privileg in einem demokratischen Staat zu leben, seinen Präsidenten frei und geheim wählen zu können und vom Staat geschützt und nicht verfolgt zu werden.

Allerdings hat man als Bürger dieses Landes auch Pflichten zu erfüllen, die in erster Linie darin bestehen, die Verfassung, in der die Grundprinzipien des Staates verankert sind, zu schützen und zu verteidigen. Darüber hinaus muss man aktiv Demokratie leben. Das heißt, man muss an den Wahlen teilnehmen. Weiter muss man die Bundes- und Staatsgesetze befolgen, sich ehrenamtlich in seiner Gemeinde einbringen, man muss als Geschworener zur Verfügung stehen und, im Kriegsfall und wenn nötig, sein Land mit seinem Leben verteidigen. Der wohl entscheidendste Punkt dafür, dass viele im Ausland lebende Amerikaner mit doppelter Staatsbürgerschaft ihren Pass irgendwann abgeben ist, dass sie in den USA immer steuerpflichtig sind. Da sie auch im Ausland ihre amerikanischen Rechte genießen, müssen sie auch von dort ihren Pflichten nachkommen. Nach einem möglichen Einzug als Soldat in einen Krieg ist der Griff nach dem Geld wohl die schmerzhafteste Pflicht.

Mal sehen, wie sich unser Sohn entscheiden wird. Noch ist er jung und hat kein Einkommen. Noch weiß er nicht, was es bedeutet eine doppelte Staatsbürgerschaft zu besitzen, nämlich Rechte UND Pflichten.